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Fortbildungsveranstaltungen
Schulung für Management und Personalverantwortliche

Eine praxisorientierte Fortbildung der Stiftung Linda für Leitungs- und Führungskräfte zur Unterstützung im kommunikativen, rechtlichen und organisationsbezogenen Umgang mit (möglichen) sexuellen Übergriffen in der eigenen Institution. Mit Leistungsnachweis.
Kursleitung Dr. Werner Tschan



25. Januar und 23. März 2012
09.00 bis 17.15 Uhr
Klinik Hirslanden Aarau
Informationen Aarau


Auskünfte und Anmeldung:
Für die Organisation bitten wir um eine Anmeldung.

               

Anmeldeformular

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Reaktionen von Teilnehmern (mit Erlaubnis)
Reaktion 1 (Personalleiterin Industrie)
Reaktion 2 (Lehrerin Handelsschule)
Reaktion 3 (Heimleiter)
Reaktion 4 (Heimleiterin Behindertenheim)

Aktuelle Zeitungsartikel

Aktuelles Beispiel für vorbildliche Kommunikation 
Neben der klaren Darstellung der Fakten haben auch Worte des Bedauerns an die Adresse der Betroffenen ihren Platz.

Schulung für Management und Personalverantwortliche

Das Risikomanagement bei sexuellen Übergriffen durch Fachleute (PSM ) ist in der Regel reichlich blauäugig. Alle Verantwortlichen tendieren zum Glauben, dass solche Dinge anderswo geschehen, aber nicht in der eigenen Institution. Dabei müssen das Gesundheitswesen, die Schulen, die Anwaltskanzleien, die Sport- und Freizeitstätten, und viele weitere Institutionen als Hochrisikobereiche für sexuelle Übergriffe eingestuft werden, einfach wegen der simplen Tatsache, dass hier Fachleute beliebig viele Gelegenheiten für Übergriffe haben, und ihr Grooming *** als fachliche notwendige Vorgehensweisen tarnen können (Salter 1995).
Die Institution kann durch ein geeignetes Risikomanagement mithelfen, potentielle Opfer vor sexuellen Übergriffen zu schützen (Tschan 2005).

Um potentielle Opfer wirkungsvoll zu schützen, müssen jedoch eine Reihe von Massnahmen implementiert werden; dazu gehören öffentliche Register über Fehlhandlungen von Fachleuten nach dem Modell des kanadischen Bundesstaates Ontario (siehe: http://www.cpso.on.ca).
Weiter müssen fehlbare Fachleute sich einem "Boundary Training" unterziehen; und für die weitere Berufstätigkeit muss in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Aufsichtsbehörden und Berufsverbänden ein individuelles Monitoring sicher gestellt werden.

Solche Behandlungsprogramme werden seit Jahren erfolgreich angewandt und durchgeführt. Sie zeigen eine erstaunlich hohe Wirkung. Die Rückfallraten einschlägig verurteilter PSM-Täter liegt unter 1% - was deutlich weniger ist, als das generelle Risiko von Fachleuten, dass sie sexuelle Übergriffe begehen (Abel 2008).

Behandlung der Täter ist eine der wirksamsten Formen von Opferschutz, weil erst die Behandlung dazu beiträgt, dass sich das Sexualverhalten ändern kann. Nicht alle Täter sind jedoch behandelbar. Es gibt behandlungsunwillige und Täter/Täterinnen, die nicht behandelt werden können. Mittels eines Assessment* wird die Eingangsvoraussetzung überprüft und basierend auf dem Ergebnis ein Behandlungsplan entwickelt.

Kann keine Rehabilitation durchgeführt werden, oder wird sie vorzeitig abgebrochen, muss die Berufszulassung entzogen und die Person in ein geeignetes Überwachungsprogramm aufgenommen werden.
Die Informationen über die betreffende sowie die getroffenen Massnahmen müssen im Sinne des Öffentlichkeitsprinzipes transparent und einsehbar sein. Die Persönlichkeitsrechte von Tätern müssen gegen die Schutz- und Sicherheitsinteressen von Klienten und ihrem Umfeld abgewogen werden. Nötigenfalls sind Verfügungen entsprechend zu formulieren, oder Gesetze anzupassen. Der Gesetzgeber muss klar machen, welche Prioritäten verfolgt werden – dass weiterhin die Täter / Täterinnen geschützt werden sollen, oder (potentielle) Opfer.

Täterbehandlung ist der nachhaltigste Opferschutz!
Boundary Trainings-Programme haben sich in der Rehabilitation von Tätern bewährt. In Verbindung mit einem Monitoring senken sie die Rückfallquote unter 1%.

*Assessment: Englisch für „Beurteilung“ = Verfahren, mit dem geprüft wir, ob ein Täter / eine Täterin therapierbar ist.
**Boundary Training: Training der Fähigkeit fachliche Grenzen verlässlich wahrzunehmen.
*** Grooming : Umgarnung

Der besseren Lesbarkeit halber wird von Tätern gesprochen, im Wissen, dass es sowohl männliche und weibliche Täter wie Opfer gibt.

Werner Tschan, Mai 2009